Fall Tuğçe Albayrak

Verehrter Leser.

Am 15. November 2014 wurde Tuğçe Albayrak auf dem Parkplatz von einem McDonalds in Offenbach niedergeschlagen. Sie hatte zuvor versucht, zwei weiblichen Jugendlichen zu helfen, als diese bedrängt wurden. Bei dem Angriff erlitt sie Hirnblutungen und fiel ins Koma. Am 26. November – zwei Tage vor ihrem 23. Geburtstag – wurde der Hirntod bei ihr festgestellt. Sie setzte sich für andere Menschen ein und verlor ungerechterweise ihr Leben.

Das war vorgefallen

Tuğçe A. wurde am 28. November 1991 in Bad Soden-Salmünster als Deutsche türkischer Abstammung geboren. Die 22-Jährige studierte Ethik und Deutsch auf Lehramt in Gießen und wohnte in Gelnhausen.
Am frühen Morgen des 15. November 2014 besuchte sie eine Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds in Offenbach. Dort wurden zwei weibliche Jugendliche bedrängt und belästigt. Tuğçe setzte sich für die beiden Mädchen ein und erhielt weitere Unterstützung von anderen Besuchern des Schnellimbisses. Als sie etwas später das Restaurant verließ, wurde sie von den Tätern angegriffen und schwer verletzt. Dabei zog sich sich Hirnblutungen zu und fiel ins Koma.

Mir fehlten die Worte…

Mir fehlten die Worte, als ich von diesem Vorfall gelesen habe. Ein Mensch zeigte Zivilcourage, setzte sich für andere ein und verlor sein Leben. Wie ungerecht die Welt und die Menschen manchmal sind. Nicht zum ersten Mal passierte es, dass ein unschuldiger, couragierter Mensch für seinen Einsatz für andere Menschen einen hohen Preis zahlen musste. Immer wieder konnte man von Fällen lesen, in denen Kriminelle ihre ganze Gewalt gegen eine Person richteten, die anderen nur beistehen wollte und diesen Helfern schweren Schaden zufügten. Durch solche Ereignisse weiß man – so denke ich – nicht einmal mehr, ob man in einer Situation wie der oben beschriebenen einschreiten sollte oder ob man sich selbst schützen soll.

Zeigt man Courage…

Zeigt man Courage, sollte man nicht befürchten müssen, dass man selbst danach leiden muss. Es ist sicherlich richtig, dass man im Falle einer gefährlichen Situation auf seine eigene Sicherheit achtet; selbst dann kann man helfen. Wenn man eine gefährliche Situation erkennt, sollte man Unterstützung mobilisieren und die Polizei alarmieren. Ist das beides nicht möglich, muss man abwägen, wie weit bereit zu gehen man ist, um zu helfen. Tuğçe hatte sich entschieden zu helfen und zwei anderen Mädchen geholfen. Was dann geschah, ist einfach traurig.

Ich habe großen Respekt…

Ich habe großen Respekt vor Tuğçe und anderen couragierten Personen, die sich in gefährliche Situationen eingemischt haben, um anderen zu helfen. Ich weiß nicht, ob ich in der Lage dazu wäre, so viel Zivilcourage selbst aufzubringen und mich selbstlos in solch eine gefährliche Position zu bringen. Ich weiß nur, dass Leute, die so auftreten, das höchste Lob und größtmöglichen Respekt verdient haben. Ich bemitleide die Familie und die Freunde von der jungen Studentin und hoffe, dass sie allen Beistand erhalten, den sie brauchen.

 
 
Euer Shian

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