Cyber-Mobbing an Amanda Todd

Verehrter Leser.

Am 10. Oktober 2012 starb Amanda Michelle Todd im Alter von 15 Jahren durch Suizid als Opfer einer großangelegten Cyber-Mobbing-Attacke. Ein Cyber-Mobber hatte Amanda Todd überredet sich vor ihm in einem Chatroom zu entblößen und fing an das Mädchen mit aufgenommenen Videos und Photos zu erpressen und trieb sie letzlich in den Selbstmord.

Wie kam es dazu?

Die damals 12 Jahre alte Amanda Todd unterhielt sich in einem „Cam-Chat“ mit einem Fremden, der sie überzeugte, ihren Oberkörper vor der Kamera zu entblößen. Als Amanda seinem Wunsch nachkam, erstellte er ein Video, mit welchem er sie später erpresste. Nach einiger Zeit wurde Amanda von der Polizei informiert, dass ein explizites Bild von ihr im Internet aufgetaucht ist. Infolge dessen sah sich die Familie von Amanda gezwungen umzuziehen, um dem sozialen Druck auszuweichen.

Nach etwa einem Jahr wurde im Social Network Facebook ein Profil mit einem expliziten Bild Amandas eröffnet und Schüler und Schülerinnen an ihrer neuen Schule wurden gezielt auf dieses Profil hingewiesen. Erneut wechselte Amanda die Schule.

An dieser Schule wurde Amanda von mehreren Mädchen einer Affäre mit dem Freund von einer von ihnen beschuldigt und beleidigt und niedergeschlagen. Amanda reagierte mit einem Selbstmordversuch und überlebte diesen nur dank ärztlicher Hilfe.

Ihre Familie sah sich erneut gezwungen, umzuziehen. Immer noch wurde Amanda über soziale Netzwerke gemobbt, weswegen sich ihr Zustand weiter verschlechterte. Am 10. Oktober 2012 beging sie, nachdem sie im Internet ein 9-minütiges Video zu ihrer Geschichte veröffentlicht hat, Selbstmord.

Der Erpresser…

Der Erpresser konnte noch nicht eindeutig ermittelt werden. Zwar gab es zahlreiche Hinweise und mehrere Tatverdächtige, aber keine eindeutigen Beweise für begangene Taten. Im April 2014 wurde ein 35-Jähriger in Niederlanden als dringend Tatverdächtiger verhaftet, das Verfahren dauert jedoch noch an. Im einem Punkt kann man sich jedoch sicher sein: Der Cyber-Mobber hat ein grauenhaftes Verbrechen begangen, in dessen Folge ein Mädchen ihr Leben verloren hat und eine Familie zerstört wurde. Ich hoffe, dass man den Täter seiner Schuld überführen und bestrafen kann.

Doch auch, wenn man den Täter findet…

Doch auch, wenn man den Täter findet oder die Schuld des Tatverdächtigen beweisen kann, wird er mit einer milden Strafe davon kommen. Die Strafen für Erpressung und Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie sind – bedauerlicherweise – nicht sehr hart. Trotz der Tatsache, dass infolge dieser Verbrechen Amanda Todd gestorben ist, wird man dem Täter keine Schuld für den Tod zuweisen können.

Ich denke…

Ich denke, dass der Fall Amanda Michelle Todd ein weiteres trauriges Beispiel für Cyber-Mobbing und die Folgen davon ist. Nach den schrecklichen Qualen, die das Mädchen durchgemacht hat und die wir uns wohl kaum vorstellen können, ist es mit nur 15 Jahren gestorben. Ihr Tod und ihre Leidensgeschichte haben einen schrecklichen Schaden bei ihrer Familie und ihren Freunden hinterlassen.

Was mich schockiert…

Was mich schockiert, wie die Schüler und Schülerinnen an Amandas Schule auf die Mobbing-Attacken reagiert haben. Es wurde keinerlei Courage oder Mitgefühl gezeigt, stattdessen hat man sich über sie lustig gemacht und sie sowohl körperlich als auch seelisch noch weiter geschädigt. Ich finde, dass diese Schüler und Schülerinnen sich wirklich schämen sollen. Sie haben deutlich zum Leiden und Tod von Amanda Todd beigetragen.

Hätte man Zivilcourage gezeigt und sich für sie eingesetzt und wäre NICHT in sozialen Netzwerken oder in der Schule gegen sie vorgegangen, würde sie vielleicht noch leben und es würde ihr heute möglicherweise besser gehen.

  

Euer Shian

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