Feuerwerkskörper – Geldverschwendung und Umweltverschmutzung

Verehrter Leser.

Vor etwa eineinhalb Wochen hat sich das Jahr 2014 seinem wohlverdientem Ende genähert und mit Silvester wurde 2015 eingeläutet. Und wieder wurde Geld in die Luft gejagt und die Umwelt verschmutzt. Die Rede ist von Feuerwerkskörpern, welche für einen hohen Preis einige Sekunden oder Minuten für Erheiterung sorgen und gleichzeitig viele Schadstoffe freisetzen.

Schön und doch so zerstörerisch

Feuerwerkskörper bestehen aus einer Vielzahl an Chemikalien. Da seien nur Nitrate, Chlorate, Chromate, Sulfide genannt, um Leser ohne chemischen Hintergrund nicht mit Details zu langweilen. Als Brandladung wird für gewöhnlich kein Schwarzpulver mehr verwendet, sondern ein spezielles Gemisch, das – wie Schwarzpulver – aus Schwefel, Salpeter und Kohle besteht. Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers werden sämtliche Chemikalien freigesetzt und in verschiedenen Oxidationsstufen in die Umwelt gelassen. Es kommt zu einer starken Rauchentwicklung, die Chemikalien setzen sich auf der Erde ab oder bleiben in der Luft. Dadurch kommt es zur Umweltverschmutzung unter der Pflanzen, Tiere und Menschen leiden müssen. Schwermetalle, die zur Farbgebung der Feuerwerkskörper verwendet werden, müssen eigentlich als Sondermüll entsorgt werden und sollten nicht im Himmel in bunter Farbe verbrannt werden.

Ein teuerer Spaß

Darüber hinaus sind Feuerwerkskörper ein teurer Spaß. Ich bin immer wieder schockiert, wenn ich sehe, wie teuer ein paar Raketen oder Bombetten mit 30 Schüssen sind. Ein kurzes Vergnügen für hart erarbeitetes Geld. Es steht natürlich jedem frei, sein Geld in Feuerwerk zu investieren und für eine Batterie mit einer Brenndauer von 30 Sekunden etwa 20€ zu investieren. Ich investiere mein Geld lieber andersweitig und bevor ich mein Geld verbrenne, nutze ich es lieber, um anderen Menschen, Tieren oder der Umwelt zu helfen.

Sicherheitsrisiko?

In den letzten Jahren stellen Silvesterfeuerwerkskörper immer mehr auch ein Sicherheitsrisiko dar. Immer mehr Menschen – besonders Jugendliche und junge Erwachsene – importieren Feuerwerkskörper aus osteuropäischen Staaten. Diese sind oft nicht zugelassen, unterliegen weniger strengen Kontrollen bei der Produktion und verbrennen oder explodieren unkontrolliert. Durch Leichtsinn werden diese Feuerwerkskörper zu einer Gefahr für alle Menschen in deren Nähe. Leider ist es schwer, solche Feuerwerkskörper zu beschlagnahmen und aus dem Verkehr zu ziehen. Daher sollte jeder Mensch mit etwas Vernunft Abstand von dieser Ware nehmen.

Davon abgesehen können auch zugelassene Feuerwerkskörper ernste Schäden verursachen. Verbrennungen sind nur ein kleiner Teil möglicher Gefahren. Handverletzungen mit schweren Brandschäden oder der Verlust einer ganzen Hand können durch in der Hand explodierende Feuerwerkskörper schnell passieren. Durch ein Knalltrauma kann das Innenohr verletzt werden und aufgrund von Funkenflug oder Hitze kann die Sehfähigkeit nachhaltig geschädigt werden.

Und wer räumt auf?

Nach der Feierei bleiben verbrannte Raketen, Böller, Bombetten und Vulkane oft einfach stehen und verschmutzen für mehrere Tage die Gehwege und Wiesen. Selten sind die Stadtreinigungen in der Lage, die Menge an Müll schnell zu entsorgen. Daher sollte jeder Mensch, der es in Betracht zieht, Feuerwerkskörper zu zünden selbst für eine geeignete Entsorgung des Abfalls sorgen.

Ich gedenke nicht…

Ich gedenke nicht, mein Geld auf diese Art zu verbrennen und der Umwelt Schaden zuzufügen. Ich versuche mich stets an Silvester aus den Rauchschwaden zu halten, da ich mich nicht vergiften möchte. Für das kommende Silvester im 2015 wünsche ich trotz allem viel Spaß und hoffe, dass es dieses mal etwas sauberer zugeht.

Euer Shian

Anmerkungen:

Bei Nitraten, Chloraten, Chromaten und Sulfiden handelt es sich um Anionen, also negative geladene Fragmente einer chemischen Vebindung. Der Name gibt einen Hinweis auf die Zusammensetzung dieser Bestandteile. So bestehen diese Anionen aus Sauerstoff und weiteren Elementen. Nitrate aus Stickstoff, Chlorate aus Chlor, Chromate aus Chrom und Sulfide aus Schwefel.

Die Oxidationsstufe gibt einen genauen Hinweis, in welcher Form ein Ion vorliegt. In Abhängigkeit von der Art der Bindung mit seinen Partnern, kann ein Ion eine andere Oxidationsstufe einnehmen und völlig andere chemische Eigenschaften besitzen.

Fall Tuğçe Albayrak

Verehrter Leser.

Am 15. November 2014 wurde Tuğçe Albayrak auf dem Parkplatz von einem McDonalds in Offenbach niedergeschlagen. Sie hatte zuvor versucht, zwei weiblichen Jugendlichen zu helfen, als diese bedrängt wurden. Bei dem Angriff erlitt sie Hirnblutungen und fiel ins Koma. Am 26. November – zwei Tage vor ihrem 23. Geburtstag – wurde der Hirntod bei ihr festgestellt. Sie setzte sich für andere Menschen ein und verlor ungerechterweise ihr Leben.

Das war vorgefallen

Tuğçe A. wurde am 28. November 1991 in Bad Soden-Salmünster als Deutsche türkischer Abstammung geboren. Die 22-Jährige studierte Ethik und Deutsch auf Lehramt in Gießen und wohnte in Gelnhausen.
Am frühen Morgen des 15. November 2014 besuchte sie eine Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds in Offenbach. Dort wurden zwei weibliche Jugendliche bedrängt und belästigt. Tuğçe setzte sich für die beiden Mädchen ein und erhielt weitere Unterstützung von anderen Besuchern des Schnellimbisses. Als sie etwas später das Restaurant verließ, wurde sie von den Tätern angegriffen und schwer verletzt. Dabei zog sich sich Hirnblutungen zu und fiel ins Koma.

Mir fehlten die Worte…

Mir fehlten die Worte, als ich von diesem Vorfall gelesen habe. Ein Mensch zeigte Zivilcourage, setzte sich für andere ein und verlor sein Leben. Wie ungerecht die Welt und die Menschen manchmal sind. Nicht zum ersten Mal passierte es, dass ein unschuldiger, couragierter Mensch für seinen Einsatz für andere Menschen einen hohen Preis zahlen musste. Immer wieder konnte man von Fällen lesen, in denen Kriminelle ihre ganze Gewalt gegen eine Person richteten, die anderen nur beistehen wollte und diesen Helfern schweren Schaden zufügten. Durch solche Ereignisse weiß man – so denke ich – nicht einmal mehr, ob man in einer Situation wie der oben beschriebenen einschreiten sollte oder ob man sich selbst schützen soll.

Zeigt man Courage…

Zeigt man Courage, sollte man nicht befürchten müssen, dass man selbst danach leiden muss. Es ist sicherlich richtig, dass man im Falle einer gefährlichen Situation auf seine eigene Sicherheit achtet; selbst dann kann man helfen. Wenn man eine gefährliche Situation erkennt, sollte man Unterstützung mobilisieren und die Polizei alarmieren. Ist das beides nicht möglich, muss man abwägen, wie weit bereit zu gehen man ist, um zu helfen. Tuğçe hatte sich entschieden zu helfen und zwei anderen Mädchen geholfen. Was dann geschah, ist einfach traurig.

Ich habe großen Respekt…

Ich habe großen Respekt vor Tuğçe und anderen couragierten Personen, die sich in gefährliche Situationen eingemischt haben, um anderen zu helfen. Ich weiß nicht, ob ich in der Lage dazu wäre, so viel Zivilcourage selbst aufzubringen und mich selbstlos in solch eine gefährliche Position zu bringen. Ich weiß nur, dass Leute, die so auftreten, das höchste Lob und größtmöglichen Respekt verdient haben. Ich bemitleide die Familie und die Freunde von der jungen Studentin und hoffe, dass sie allen Beistand erhalten, den sie brauchen.

 
 
Euer Shian

Cyber-Mobbing an Amanda Todd

Verehrter Leser.

Am 10. Oktober 2012 starb Amanda Michelle Todd im Alter von 15 Jahren durch Suizid als Opfer einer großangelegten Cyber-Mobbing-Attacke. Ein Cyber-Mobber hatte Amanda Todd überredet sich vor ihm in einem Chatroom zu entblößen und fing an das Mädchen mit aufgenommenen Videos und Photos zu erpressen und trieb sie letzlich in den Selbstmord.

Wie kam es dazu?

Die damals 12 Jahre alte Amanda Todd unterhielt sich in einem „Cam-Chat“ mit einem Fremden, der sie überzeugte, ihren Oberkörper vor der Kamera zu entblößen. Als Amanda seinem Wunsch nachkam, erstellte er ein Video, mit welchem er sie später erpresste. Nach einiger Zeit wurde Amanda von der Polizei informiert, dass ein explizites Bild von ihr im Internet aufgetaucht ist. Infolge dessen sah sich die Familie von Amanda gezwungen umzuziehen, um dem sozialen Druck auszuweichen.

Nach etwa einem Jahr wurde im Social Network Facebook ein Profil mit einem expliziten Bild Amandas eröffnet und Schüler und Schülerinnen an ihrer neuen Schule wurden gezielt auf dieses Profil hingewiesen. Erneut wechselte Amanda die Schule.

An dieser Schule wurde Amanda von mehreren Mädchen einer Affäre mit dem Freund von einer von ihnen beschuldigt und beleidigt und niedergeschlagen. Amanda reagierte mit einem Selbstmordversuch und überlebte diesen nur dank ärztlicher Hilfe.

Ihre Familie sah sich erneut gezwungen, umzuziehen. Immer noch wurde Amanda über soziale Netzwerke gemobbt, weswegen sich ihr Zustand weiter verschlechterte. Am 10. Oktober 2012 beging sie, nachdem sie im Internet ein 9-minütiges Video zu ihrer Geschichte veröffentlicht hat, Selbstmord.

Der Erpresser…

Der Erpresser konnte noch nicht eindeutig ermittelt werden. Zwar gab es zahlreiche Hinweise und mehrere Tatverdächtige, aber keine eindeutigen Beweise für begangene Taten. Im April 2014 wurde ein 35-Jähriger in Niederlanden als dringend Tatverdächtiger verhaftet, das Verfahren dauert jedoch noch an. Im einem Punkt kann man sich jedoch sicher sein: Der Cyber-Mobber hat ein grauenhaftes Verbrechen begangen, in dessen Folge ein Mädchen ihr Leben verloren hat und eine Familie zerstört wurde. Ich hoffe, dass man den Täter seiner Schuld überführen und bestrafen kann.

Doch auch, wenn man den Täter findet…

Doch auch, wenn man den Täter findet oder die Schuld des Tatverdächtigen beweisen kann, wird er mit einer milden Strafe davon kommen. Die Strafen für Erpressung und Verbreitung und Besitz von Kinderpornographie sind – bedauerlicherweise – nicht sehr hart. Trotz der Tatsache, dass infolge dieser Verbrechen Amanda Todd gestorben ist, wird man dem Täter keine Schuld für den Tod zuweisen können.

Ich denke…

Ich denke, dass der Fall Amanda Michelle Todd ein weiteres trauriges Beispiel für Cyber-Mobbing und die Folgen davon ist. Nach den schrecklichen Qualen, die das Mädchen durchgemacht hat und die wir uns wohl kaum vorstellen können, ist es mit nur 15 Jahren gestorben. Ihr Tod und ihre Leidensgeschichte haben einen schrecklichen Schaden bei ihrer Familie und ihren Freunden hinterlassen.

Was mich schockiert…

Was mich schockiert, wie die Schüler und Schülerinnen an Amandas Schule auf die Mobbing-Attacken reagiert haben. Es wurde keinerlei Courage oder Mitgefühl gezeigt, stattdessen hat man sich über sie lustig gemacht und sie sowohl körperlich als auch seelisch noch weiter geschädigt. Ich finde, dass diese Schüler und Schülerinnen sich wirklich schämen sollen. Sie haben deutlich zum Leiden und Tod von Amanda Todd beigetragen.

Hätte man Zivilcourage gezeigt und sich für sie eingesetzt und wäre NICHT in sozialen Netzwerken oder in der Schule gegen sie vorgegangen, würde sie vielleicht noch leben und es würde ihr heute möglicherweise besser gehen.

  

Euer Shian

Mobbing

Verehrter Leser.

Vor wenigen Tagen habe ich im Internet diverse Mobbingvideos entdeckt und war absolut schockiert von dem Verhalten, welches dort zu sehen war. Ich konnte es absolut nicht begreifen, wieso manche Menschen Mobbing betreiben und dieses dann dokumentieren und öffentlich im Internet präsentieren. Ich erinnerte mich schlagartig an die Schulzeit, in welcher Mobbing immer wieder ein brisantes Thema war und vor niemandem halt machte. Dieses Cyber-Mobbing, wie ich es vor kurzem erst entdeckt habe, stellte für mich eine deutliche Steigerung dieses ohnehin schon grenzwertigen und verabscheuungswürdigen Verhalten dar.

Doch was ist Mobbing eigentlich?

Unter dem Begriff Mobbing versteht man Psychoterror, um Betroffene aus einem Arbeitsplatz, der Schule, Vereinen herauszuekeln. Häufig werden Mobbing-Opfer wiederholt oder permanent gequält, schikaniert oder seelisch verletzt. Mobbing geschieht oft unter Verbreitung falscher Tatsachen, Gewaltandrohung, ständiger Kritik oder sozialer Isolation.
Mobbing in der Schule bezeichnet man spezieller als „Bullying“, wobei Mobbingangriffe gegen einzelne Schüler durchgeführt werden. Das kann sowohl durch körperliche Gewalt als auch durch Schikanieren, Ärgern und „Gemeinsein“ stattfinden.
Seit einigen Jahren findet das Mobbing im Internet (Cyber-Mobbing) vermehrt statt. Hierbei werden die Möglichkeiten des Internets genutzt, um mithilfe von Videos, Photos und Chats anderen Leuten durch Diffamierung und Belästigung zu schaden.

Mobbingopfer reagieren oft negativ auf diese Mobbingangriffe, häufig auch erst später. Mehrere Amokläufe und Suizide werden in Verbindung mit Mobbing gebracht. Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und soziale Isolierung sind typische Folgen von Mobbing.
Was für den Mobber ein „Spaß“ sein kann, kann schlimme und dramatische Folgen für das Mobbingopfer nach sich ziehen.

Was mich schockiert…

Was mich schockiert hat, als ich vor kurzem Cyber-Mobbingvideos gesehen habe, war die Tatsache, wie locker und selbstverständlich die Mobber diese Attacken durchgeführt haben. Sie zeigten keinerlei Hemmungen, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen und diese öffentlich bloßzustellen. Ich begreife nicht, wie man so wenig Mensch(lich) sein kann und so wenig Wert auf das Wohlergehen anderer Menschen legen kann. Es ist eine Schande, dass es Menschen gibt, die Mobbing – in welcher Form auch immer – betreiben. Die Opfer dieser Mobbingattacken tun mir leid und ich finde es grauenhaft, welche Folgen dieses Verhalten nach sich zieht und in vielen Fällen schon nach sich gezogen hat.

Ich finde…

Ich finde, dass jeder verpflichtet ist, diesem Verhalten Einhalt zu gebieten. Wenn man mitbekommt, dass jemand zum Opfer von Mobbing, sollte man sich dafür einsetzen, dass das aufhört. Niemand sollte durch so etwas verletzt werden müssen. Auch im Internet soll man nicht darüber hinweg sehen, wenn jemandem Leid zugefügt wird. Sowohl „auf der Straße“ wie im Internet muss man dringend Zivilcourage zeigen.

 

 

Euer Shian