Nachtrag zur Kritik an Rock am Ring 2016

Ich habe mir nur noch einmal die Mühe gemacht, einige Missstände und meiner Kritikpunkte bei der Organisation der Veranstaltung zwecks Übersichtlichkeit geordnet aufzulisten:

  1. Keine Kontrollen am Samstagabend:
    Jeder hätte das Gelände betreten können. Nach Waffen, Brandsätzen etc. wurde nicht gesucht.
  2. Ungleiche Behandlung der Besucher:
    Beim Einlass wurden Besucher mit Rucksäcken teilweise eingelassen, andere abgewiesen. Die Bereiche vor den Bühnen waren normalen Festivalbesuchern nur nach unnötig hohen Wartezeiten möglich.
  3. Mangelhafter Informationsfluss:
    Das Gewitter am Freitag wurde zu knapp angekündigt. Die Caravan North Plätze hatten keine Lautsprecher, es gab folglich keine Durchsagen. Soziale Medien als Kommunikationsmittel sind unzureichend.
  4. Streichung vieler Bands:
    Die Besucher haben viel Geld bezahlt und konnten nur einen Bruchteil dessen sehen, wofür sie gezahlt haben.
  5. Mangelhafter Ausbau des Festivalgeländes:
    Auf dem Festivalgelände stand man nach dem Gewitter am Freitag knöcheltief im Schlamm. Die Rettungswege waren während des Gewitters kaum erkennbar. Unzureichende Schutzmaßnahmen vor Blitzeinschlägen und kaum Möglichkeiten, sich unterzustellen.
  6. Angestellte kannten sich nicht aus:
    Das Security-Personal wusste oft weder ein noch aus und konnte keine Hilfe leisten. Die Help Hotline war unprofessionell und konnte keine Auskunft liefern. Das Personal neigte zu unverschämten Späßen.
  7. Sicherheitspersonal war unzureichend vorhanden:
    Das Sicherheitspersonal war in unzureichender Anzahl vorhanden und darüber hinaus teilweise schwächlich. Bei einer Eskalation hätte das Sicherheitspersonal keine Möglichkeit gehabt, einen wütenden Mob zu deeskalieren.
  8. Zu lange Fußwege und zu wenig Möglichkeiten, um sich beim Katastrophenfall in Sicherheit zu bringen:
    Ein geordnetes und zeitiges Verlassen des Festivalgeländes war nicht möglich, als kurz vor knapp vor dem freitägigen Gewitter gewarnt wurde.

Eröffnung der EZB im Nahen Osten Frankfurts

Verehrter Leser.

Wenn man am heutigen Tag durch die Frankfurter Innenstadt läuft, fällt es schwer, diese nicht mit dem Nahen Osten zu verwechseln. Zur Eröffnung der neuen Zentrale der EZB (Europäischen Zentralbank) wurde, wie von der Organisation Blockupy im Voraus angekündigt, eine Demonstration gestartet.

Demonstration ist jedoch in diesem speziellen Fall das falsche Wort.

Es kam bereits in den frühen Morgenstunden zu Ausschreitungen: Die „Demonstranten“ zündeten Autos an, bewarfen Polizisten mit Steinen oder attackierten diese mit Säure und behinderten den Verkehr. Wieder einmal wird die kriminellste Stadt Deutschlands zum Schauplatz von großangelegten Verbrechen und Straftaten.

Blockupy 2015

WP_20150316_16_23_21_ProFür den Tag der Eröffnung der neuen Zentrale der EZB kündigte die linksorientierte, antikapitalistische Organisation Blockupy einen großangelegten Protest an. Schon einige Tage zuvor errichtete die Polizei der Stadt Frankfurt Barrikaden und der Straßenverkehr der Hanauer Landstraße und dem umliegenden Gebiet wurde komplett gesperrt. Wie das Polizeipräsidium ankündigte, erwartete man zwar Gewalt, hoffte aber, dass mit einigen Sicherheitsvorkehrung das Maß an Gewalt auf ein Minimum reduziert werden könne.

 

WP_20150317_08_35_08_ProWie sich dann am Morgen des 18.03.2015 zeigte, waren die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen nicht annähernd im Stande, mit der Masse an gewaltbereiten Demonstranten fertig zu werden.

So wurden an mehreren Orten in Frankfurt Autos angezündet, Polizisten wurden mit Steinen beworfen und mit Säure angegriffen und es gab mehrere Versuche, die Zentrale der EZB zu stürmen und die Eröffnungsfeierlichkeiten zu behindern. Darüber hinaus musste ein Versuch, eine der Frankfurter Polizeiwachen zu stürmen, verhindert werden und der Verkehr wurde lahm gelegt.

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An mehreren Stellen setzten die Demonstranten Mülltonnen, Autoreifen oder Fahrräder der Deutschen Bahn in Brand.

Kontraproduktiv und unverschämt

Die Art, wie hier demonstriert wurde, ist kontraproduktiv und unverschämt. Mit ihrer gewalttätigen Handlungsweise wurden Menschen verletzt, Sachbeschädigung durchgeführt und viele Leute an ihrer Arbeit oder bei ihren Tagesgeschäften behindert. Viele Angestellte auf der Hanauer Landstraße mussten heute unfreiwillig einen Urlaubstag einlegen, weil die Verkehrsbedingungen ein Durchkommen zur Arbeit nicht zuließen oder weil die Gefahr, im Straßenkrieg zu landen, zu groß war. Alles, was mit dieser Aktion durch Blockupy erreicht wird, sind Gefängnisstrafen für bislang 16 Aktivisten und zukünftige Demonstrationsverbote.

Ich selbst habe kein Verständnis für diese Handlungen. Eine friedliche Demonstration mag in Ordnung sein, auch wenn sie vielleicht nichts bewegt; eine gewalttätige, wie die Ausschreitungen am heutigen Tag ist einfach nur unverschämt und sollte schwere Strafen nach sich ziehen. Der finanzielle Schaden an den Firmen, den Angestellten und die Verletzung von Privateigentum oder Menschen ist nicht tolerierbar und muss Folgen nach sich ziehen. Sicherlich ist eine Demonstration öffentlichkeitswirksamer als eine Petition. In diesem Fall erreicht sie jedoch weniger und hinterlässt Unzufriedenheit und Verachtung für die Aktivisten und ihre Organisation.

Euer Shian